Die Zehn Siegel, Auszüge 1

„Die Feste sah so nah aus, als ich sie von Tal aus sah. Palisaden, so hoch, dass kein Belagerungsturm sie erklimmen könnte. Und auch so massive, dass man Tage bräuchte, um mit Sprengstoff ein Loch hinein zu schlagen. Auf den Türmen wehten die Flaggen des Ordens, eine rote Flamme auf weiß-goldenem Hintergrund.

Einer der Dorfbewohner im Tal meinte, es gäbe einen Pass, der das Gebirge hochführt, hin zur ‚Dämmer-Feste‘. Allerdings meinte er auch, ich solle den Pfad nicht unterschätzen. Hätte ich doch bloß auf ihn gehört.

Zwar war der Boden gut bepflastert, sodass Wägen hoch zur Feste kommen können und Proviant den Paladinen zu geben, doch ist der Pfad länger als ich erwartete. Nach zwei Tagen war ich so hoch, dass Schnee einfach so anfing zu viel und auf dem Boden liegen zu bleiben. Und das im Sommer. Nebel raubte mir die Sicht und wenn ich ein Loch hindurch fand, sah ich Neumark vor mir, das Dorf direkt am Bergesrand und in der Ferne den Dunkelwald.

Als ich endlich an den Toren ankam, waren meine Vorräte bereits aufgebraucht, und die Kälte hatte bereits Teile meiner Kraft ein gefordert. Mein Prelate meinte zu mir, dass die Paladine des ‚Ordens der Göttlichen Flamme‘ Teleportations-Steine nutzen, die jedes Mitglied bei sich trägt, um schnell zwischen der Feste und der Außenwelt zu wandeln. Der lange Pfad ist dazu da, einerseits feindlich Truppen zu ermüden, andererseits ist es der erste Test, um ein Paladin des Göttlichen Rechtes zu werden. Wer schon auf den Weg stirbt, wäre zu schwach die folgenden Prüfungen und Riten zu überstehen.

Ich bin nun seit fast zwei Wochen hier und habe kaum mehr gemacht, als zu kochen und die Gänge des Klosters zu säubern. Doch vielleicht sollte ich mich freuen, dass mein Rücken das einzige ist, was mir weh tut. Doch komme was wolle, ich werde ein Mitglied des Ordens werden, und dann an den Magus-Jägern Rache nehmen, die meine Schwester wie Vieh hingerichtet haben….“

-Auszug aus „Journal eines Klerikers:

Einblicke in die Orden der Göttlichkeit“

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